Muhammad-Iqbal-Gedenkjahr 2013/2014

Obada Alhalabi, Fadil Minden, 25.04.-30.04.2014

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Unter der Schirmherrschaft des Heidelberger Oberbürgermeisters Herrn Dr. Eckart Würzner veranstaltete die Muslimische Studierendengruppe Heideberg (MSG Heidelberg) vom 25. bis zum 30. April 2014 eine Vortragsreihe in Erinnerung an den muslimischen Poeten, Philosophen und Politiker Muhammad Iqbal, der Anfang des letzten Jahrhunderts in verschiedenen Städten Europas, einschließlich Heidelberg, studierte. In der islamischen Welt als großer Dichter und Denker bekannt gilt er heute auch als der geistige Vater Pakistans.

Zur feierlichen Eröffnung in der Neuen Aula der Universität Heidelberg gaben sich der pakistanische Vizegeneralkonsul Herr Waqar Ahmad sowie Prof. Dr. Wiqar Ali Shah vom Südasien-Institut Heidelberg die Ehre.

Erste Rednerin war Frau Dr. Bettina Robotka von der Humboldt-Universität zu Berlin, die interessierte Zuhörer auf eine Reise durch die wichtigsten Stationen in Iqbals Leben nahm und ihnen einen Überblick über seine Werke vermittelte.

Sich von der Poesie Iqbals verzaubern konnte man sich dann in dem Vortrag von Frau Dr. Christina Oesterheld vom Südasien-Institut Heidelberg. Ein besonderes Highlight war hier der Auftritt des Künstlers Imamoglu, der exemplarisch anhand von Versen aus Iqbals Werken die Entwicklung der Kalligraphie demonstrierte.

Zum Nachdenken regte der Vortrag „Iqbals Philosophie im Kontext dreier Kulturen“ von Dr. Stephan Popp von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien an.

Den Schlusspunkt setzte schließlich Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Iqbals Schaffen auch im Lichte des Islam betrachtete und dabei auch kontroverse und spannende Standpunkte des Dichterphilosophen herausarbeitete.

Die letzten beiden Veranstaltungstage boten den Besuchern zusätzlich eine professionelle lyrische Darbietung von Auszügen aus Iqbals Werken durch den urdusprachigen Dichter Prof. Dr. Imtiaz.

Der Abend eines jeden Veranstaltungstages wurde durch eine offene Diskussionsrunde bei orientalischem Buffet abgerundet, bei der die Besucher die Gelegenheit nutzten mit den Referenten und Künstlern, aber auch mit Mitgliedern der MSG Heidelberg ins Gespräch zu kommen.

Zeitgleich zum letzten Veranstaltungstag der Iqbal-Gedenktage fand auch die RAMSA-Bildungsreise nach Heidelberg statt, zu der sich zahlreiche muslimische Studierende anderer Universitäten Deutschlands angemeldet hatten. Nach dem Besuch des Vortrages von Karimi stand für diese Geschwister am Folgetag eine Wanderung auf dem Heidelberger Philosophenweg und eine Stadtführung durch die weltberühmte historische Altstadt auf dem Programm.

Unter der Fragestellung “Was verbindet meine muslimische Identität mit meiner Uni?” waren die Iqbal-Gedenktage das Ergebnis eines einjährigen Projektes der MSG Heidelberg, in dem es darum ging, muslimische Spuren in der Stadtgeschichte Heidelbergs wiederzuentdecken und an die enge Verbundenheit zwischen Deutschlands ältester Universität und dem muslimischen Dichterphilosophen zu erinnern, zu dessen Ehren das Iqbal-Ufer und das Allama Iqbal Professorial Fellowship am Südasien-Institut in Heidelberg benannt worden sind.

Gleichzeitig stellt das Projekt aber auch den erstmaligen Versuch dar, an eine lokal verwurzelte deutsch-muslimische Geistestradition anzuknüpfen, ganz nach dem Motto der Veranstaltung: Tradition beleben, Identität stiften, Integration fördern.

Unterstützt wurde das Iqbal-Projekt u. a. vom Kulturamt der Stadt Heidelberg, von der Robert-Bosch-Stiftung und Dr.-Buhmann-Stiftung für interreligiöse Verständigung.

Weitere Informationen finden sich unter www.iqbal-heidelberg.de

 

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